Wasser sparen? Ja oder Nein?

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Eigentlich sind moderne Haushaltsmaschinen wahre Sparwunder im Vergleich zu ihren Vorgänger der letzten Jahrzehnte. Doch auch eine Auszeichnung mit Energieeffizienz A+++ sagt noch nichts über den Wasserverbrauch der Maschine aus. Sollte man generell Wasser sparen oder nicht? Wir klären über die wichtigsten Fakten auf.

Vor dreißig Jahren hat eine Waschmaschine für einen 60°-Waschgang stolze 180 Liter verbraucht. Moderne Geräte schaffen dies teilweise mit nur 35 Litern Wasser. Die Hersteller sind also bereits darauf bedacht, sparende Modelle anzubieten, weil der Kunde weiß, dass er mit einem sparsamen Gerät nicht nur die Umwelt schon, sondern auch seinen Geldbeutel.

Wasser im Überfluss?

Doch immer wieder ist zu hören, dass wir in Deutschland gar kein Wasser sparen müssen, da wir in Mitteleuropa alles andere als ein Mangelgebiet sind. Das stimmt. Auch wird gelten gemacht, dass, wenn wir zu wenig Wasser verbrauchen, dies zulasten unserer Rohrsysteme geht, die dann umständlich mit Regenwasser gespült werde müssen. Auch das ist richtig.

Dennoch sinkt der Wasserverbrauch pro Haushalt aufgrund moderner Geräte und aufgrund der Sensibilisierung der Verbraucher seit Jahren. Und das ist auf jeden Fall begrüßenswert. Denn, auch wenn die Abwasserrohre von Zeit zu Zeit nachgespült werden müssen, rechtfertigt dies nicht den energieintensiven Verbrauch – vor allem von Warmwasser. Dieses muss nämlich zunächst einmal erhitzt werden. Und dieser Stromverbrauch ist das eigentliche Problem.

Beispiel Waschmaschine

In Waschmaschinen etwa wird Kaltwasser in der Maschine selbst erhitzt, was dazu führt, dass das Gerät für eine gewisse Zeit sehr viel Strom verbraucht. Mit anderen Worten: Es wird Wasser mithilfe von Haushaltsstrom erhitzt – die teuerste Art, Wasser Energie zuzuführen. Gas- oder Solarheizungen sind vier Mal effektiver. Um also das bereits erwärmte Wasser aus den Haushaltsleitungen nutzen zu können, kann man ein Vorschaltgerät einsetzen, welches der Maschine bereits warmes Wasser zuführt.

Eine andere Möglichkeit ist, Regenwasser zu nutzen. Viele Verbraucher sind skeptisch, was die Qualität von Regenwasser angeht. Eine Reihe von Tests hat jedoch ergeben, dass Regenwasser nicht mehr krankeitserregende Bakterien enthalten, wie Grundwasser. Und auch der Anteil an Schwermetallen ist nicht gefährdend. Mit der richtigen Regenwassernutzanlage kann selbst „saurer“ Regen aufbereitet werden.

Verantwortungsvoll mit der wertvollen Ressource Wasser umzugehen, ist also nach wie vor wichtig. Man sollte also nach wie vor nicht zu häufig duschen und die eigene Verschmutzung von Wasser so gering wie möglich halten.