Strom sparen – Jetzt aber richtig!

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Auch dieses Jahr haben die Energiekonzerne wieder entschieden, die Strompreise für 2014 weiter anzuziehen. Eines ist klar: Der Erwerb von Energiesparmodellen allein reicht nicht mehr aus – wir müssen effektiv Strom sparen. Jetzt.

Doch, was tun? Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland verbraucht ca. 3400kWh Strom im Jahr. Das ist ungefähr ein Haushalt mit 2,5 Personen. Rechnet man also mit 9,3 kWh am Tag, dann ergeben sich effektive Kosten von 2,60 Euro täglich – nur für Strom. Im Schnitt kostet eine Kilowattstunde derzeit 28 Cent.

Eine Kilowattstunde ist schon etwas Wertvolles. Mit ihr könnte man folgendes tun:

  • 1 Waschgang in der Waschmaschine
  • ein Mittagessen für vier Personen kochen
  • 70 Tassen Kaffee kochen
  • 7 Stunden Fernsehen
  • 91 Stunden unter einer Energiesparlampe lesen
  • alle Elektrogeräte 14 Stunden im Standby halten

Wer also den durchschnittlichen Verbrauch von kWh im Jahr hat, der zahlt mit der neuen EEG-Umlage 3,30 Euro mehr im Monat. Die Umlage steigt auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde.

Die EEG-Umlage

Moment. Was ist die EEG Umlage? Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz: EEG, garantiert den Stromerzeugern feste Einspeisevergütungen. Mit der Umlage werden die Kosten, die aus der Erzeugung erneuerbarer Energien entstehen, auf den Verbraucher verteilt. Also auf uns. Die Umlage wird von den vier großen Netzbetreibern jedes Jahr neu berechnet. Sie ist abhängig vom Strompreis an der Börse, davon, wie viele Kunden die Umlage zahlen und wie groß die Menge des eingespeisten Ökostroms ist.

Betrug die Umlage 2003 noch 0,41 Cent pro Kilowattstunde, so stieg sie in den Folgejahren immer weiter an. 2010 lag sie bei 2,15 Cent und jetzt, also 2014, wird sie wie gesagt bei 6,24 Cent liegen. Ein neuer Rekord. Dabei werden bereits aufgrund der Ökostromumlage 2014 mehr als 23 Milliarden Euro eingenommen. Doch, warum steigen die Preise? Der Ausbau von Wind und Solarenergie führt zwar zu einem Sinken der Strompreise an der Börse, welches aber paradoxerweise einen Anstieg der Preise beim Endkunden nach sich zieht. Es gibt eine feste Einspeisevergütung für die Stromkonzerne und zahlreiche Ausnahmen für die Industrie, sodass der Steuerzahler immer tiefer in die Tasche greifen muss.

Sparen. Jetzt!

lampeWenn man sich einmal anschaut, was der durchschnittliche 2,5 Personen Haushalt in Deutschland für Strom ausgibt: Im Jahr 2000 waren es noch 40 Euro, fünf Jahre später waren es 54 Euro und mittlerweile sind es durchschnittlich 83 Euro im Monat. Auf energiesparende Geräte zu setzen, reicht nicht aus. Wir müssen wirklich Strom sparen! 8 Prozent Strom müssen wir sparen, um 2014 auf den Wert von 2013 zu kommen! Das Gute ist: Jede eingesparte Kilowattstunde verbessert den persönlichen CO² verbrauch um 520 Gramm. Das ist auch eine Menge an Kohlendioxid.

Eine Frage, die immer wieder auftaucht ist: Verbrauchen meine Geräte weniger, wenn sie weniger voll beladen sind? Das hängt vom Gerätetyp und der modernen Austattung ab. Viele Geschirrspüler etwa messen den Verschmutzungsgrad des Wassers und sind bei weniger Ladung auch schneller fertig. Dennoch können sie viel Strom verbrauchen, weil vielleicht das Geschirr sehr verschmutzt war. Das gleiche gilt für Waschmaschinen. Wenn die Geräte keinen Sensor haben, dann laufen sie ihr Programm durch. Und dann ist es egal, wie voll die Maschine ist. Das Aufheizen kostet in der Regel am meisten Strom.

Der Trockner ist noch etwas Besonderes. Er verbraucht im Vergleich zu den anderen Geräten sehr viel Strom. Vor allem, wenn es sich um einen Kondenstrockner handelt. Dennoch ist das Trocknen im Trockner immer noch eine bessere Wahl, als das Trocknen in den eigenen vier Wänden. Denn die Feuchtigkeit aus einem Wohnraum rauszubekommen ist energetisch der größte Aufwand. Besser ist ein Trockenraum im Keller, ein Ablufttrockner oder – die beste Lösung – das Trocknen im Freien. Wer dennoch den Trockner benutzen muss, der sollte zumindest vorher gut schleudern.

Allgemein

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  1. Abschalten statt Stand-By
  2. Auf Energieverbrauchswerte achten, statt auf Energieklassen
  3. Dennoch: Niemals Energieklasse C oder niedriger kaufen
  4. Strommessgerät kaufen, um den Stromfressern auf die Schliche zu kommen
  5. Alte Geräte entsorgen; so wenige Geräte wie möglich anschließen

Küche

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  1. Nur mit Deckel kochen; Restwärme des Herds oder Ofens nutzen
  2. Zum Essen aufwärmen eine Mikrowelle nutzen
  3. Wasserkocher nutzen statt Kochtopf
  4. Achten Sie auf wärmeisolierendes Geschirr
  5. Eine Thermoskanne wärmt schonender als eine Wärmeplatte

Licht

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  1. LED-Leuchten oder Energiesparlampen verwenden
  2. Energiesparlampen in Räumen verwenden, die viel beleuchtet werden müssen
  3. Neonröhren verbrauchen 75% weniger Strom; für Keller etc. nutzen
  4. Helle Räume bewirken, dass man weniger Lichter einsetzen muss
  5. Achten Sie auf “Kriechstrom” und fragen sie ggf. ihren Haustechniker/Fachmann

Waschen und Trocknen

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  1. Ökoprogramm (wenn vorhanden) nutzen
  2. Maschinen nur voll beladen einschalten
  3. Kochwaschgänge selten nutzen; sie verbrauchen extrem viel Strom
  4. Danke moderner Waschmittel reichen heute 30° bei normaler Verschmutzung
  5. Dem Trockner helfen: Schleudern Sie ordentlich!

Büro

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  1. Rechner verbrauchen mehr Strom als Notebooks
  2. Ein Monitor verbraucht soviel Strom wie ein Rechner
  3. Nutzen Sie die Energiesparfunktionen ihres Betriebssystems
  4. Die Helligkeit bei Monitoren runterregeln spart!
  5. Handy- und Akkuladegeräte verbrauchen Strom, wenn sie nur eingestöpselt sind

 

Wenn es zuviel wird: Stromanbieter wechseln

Die Strompreise sind bundesweit sehr unterschiedlich. Aber auch die Stromanbieter haben unterschiedliche Tarife im Angebot. Da Sie seit 1998 bereits nicht mehr an ihren lokalen Grundversorger gebunden sind, lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz immer. Schauen Sie dort auch nicht unbedingt auf den Basistarif. Häufig gibt es spezielle Tarife für ihren Verbrauch oder ihre Personenzahl. Es gibt eine Reihe von Tarifrechnern im Netz, mit denen Sie die Preise vergleichen können. Einen davon finden Sie unter: www.stromsparer.de. So lassen sich pro Jahr viele Euro sparen. Außerdem gibt es häufig auch eine Prämie, wenn Sie den Anbieter wechseln.

Falls Sie Wert auf Ökostrom legen, können Sie sich an dem „OK Power“ Siegel orientieren. Vergeben wird das Siegel vom Verein EnergieVision, der zum Teil auch von der Verbraucherzentrale NRW getragen wird. Das Siegel wird nur an Anbieter vergeben, die folgende Punkte nachweisen können:

  • Ein Drittel des Ökostroms muss aus Anlagen erfolgen, die nicht älter als 6 Jahre sind
  • Ein weiteres Drittel aus solchen, die nicht älter als 12 Jahre sind
  • Gesetzliche Fördermaßnahmen dürfen zu keiner Doppelförderung führen
  • Windkraftanlage dürfen nicht in einem Naturschutzgebiet liegen
  • Strom aus Deponiegas ist nicht zulässig
  • Kraftwerksbau und -ausbau muss maximal CO² schonend sein

Fazit

Strom sparen sollte man nicht nur wegen des eigenen Geldbeutels, sondern auch aus Gründen des Umweltschutzes. Es gibt viele Dinge, die mittlerweile viel Strom verbrauchen. Der Boom des Onlineversands etwa hat dazu geführt, dass viel mehr Packungen erstellt, Pakete verpackt und geliefert werden müssen. Selbst die Suche nach Produkten im Internet kostet Strom, denn mit jeder Google-Suche wird eine riesige Maschinerie in Gang gesetzt, die Unmengen an Strom verbraucht. Jeder einzelne kann mithelfen, keinen Strom sinnlos zu vergeuden. Dazu ist jedoch in vielen Punkten ein Umdenken nötig. Die steigenden Energiepreise haben daher auch etwas Gutes: das Umdenken nimmt zu.

 Bildnachweise: ©istock/LianeM; ©istock/66North